Nudeldick!

Wenn ich eins seit mehr als 48 Jahren nicht bin, dann ist das dick. Im Gegenteil: Bis heute kann ich eigentlich, obgleich ich keine Waage besitze, immer behaupten, ein gesundes Untergewicht mit mir herum zu tragen. Ich bin dankbar dafür.

Und dennoch habe ich mit größtem Vergnügen und Interesse das Buch von Anke Gröner gelesen: "Nudeldicke Deern - Free your mind and your fat ass will follow". Aus mehreren Gründen, und einer davon ist sicher, den Weg des Buches schon auf ihrem Blog verfolgt haben zu können. Wer, wie ich, seit vielen Jahren in den Blogs dieses Internets zu Hause ist, kennt auch Anke. Weil sie gut und witzig schreibt, weil sie klare Kante spricht, weil sie weiß, wovon sie spricht.

Und somit ist es wahrlich ein Vergnügen, dieses Buch zu lesen. Und, das behaupte ich mal: Es ist gar nicht mal nur ein Buch für jene, die mehr Kilos haben und sich vielleicht damit unglücklich fühlen. Für mich ist es ein Lebensbuch für alle. Es geht darum, Mut zu haben, etwas zu probieren, etwas zu ändern, das eigene Leben vielleicht. Es geht darum, Dinge in Angriff zu nehmen, aufmerksam zu sein, mit offenen Augen durch dieses Leben zu gehen. Und das geht auch mit Untergewicht.

Einfach mal den Fastfood-Krempel aus den Schränken kehren, die Frische entdecken, riechen, schmecken, selber machen, ausprobieren, genießen, freuen. Das ist um Längen und Welten besser, als nur hastig und im Laufschritt der vermeintlichen Essens-Pflicht nachzukommen. Ich habe jedenfalls eine ganze Menge aus diesem Buch für mich gefunden.

Allen Männlein und Weiblein, die mit ihrem Gewicht hadern, sei das Buch natürlich sehr ans Herz gelegt. Allen anderen auch!

cdv! 

Perspektiven

Zuweilen ist es auch ganz interessant, so gar nicht zu wissen, was man nun tun soll. Eigentlich ein Widerspruch, wenn es kein klares Ziel gibt, keine Richtung. Diesmal ist es dann doch ein wenig anders. Ratlosigkeit, galore. 

Etwa, wenn der halbwegs aufgeräumte Kopf sich intensiv mit dem gerade mal ordentlich aufgeräumten Bauch streitet. Wobei der Bauch gerade Purzelbäume schlägt, dass einem schwindlig werden kann. So freut er sich. Der Kopf hält sich wacker gerade so, bleibt wenigstens stehen. Und sinkt nicht herab. Und lässt den Bauch ein wenig gewähren.

Was verhalten und es dann doch wieder ein wenig schwer macht, ist die lange Zeit der Stagnation in den vergangenen Monaten. Zu sehr waren Bauch und Kopf blockiert. Da wusste der eine nicht, was der andere macht. Und beide machten auch mal nix mehr.

Und dann tauchen so langsam Perspektiven auf. Es könnte da hingehen. Oder vielleicht da. Nun, geordnet ist das nun auch noch nicht. Muss es aber auch noch nicht sein. Es ist immerhin der Beginn eines kleinen Anfangs.

Da werden Wünsche und Träume entdeckt, auch wenn sie schon mal als "Midlife-Crisis" betitelt werden. Sie sind immerhin Wünsche. Sie sind eine Perspektive. Oder können es sein.

Eine ganz andere Perspektive oder auch ein Wunsch werden dabei gar nicht angesprochen. Weil dafür einfach noch kein Mut da ist; der Willen schon, der Wunsch mehr als alles andere, nur, wie schon gesagt, noch kein Mut dafür.

Das ist alles ziemlich durcheinander. Und das ist irgendwie schön so. Weil es so ist.

cdv!

Kaltes und buntes Kopfgekröse

Beim Blick auf die kalten Controller-Listen, die ein Ende planen, bin ich fassungslos, dann packt mich die Wut. Da stapeln sich lebensbedrohliche Schriftstücke, die ich nur in guter Form ertrage. Da ist einfach nur viel Ärger, der sich türmt.

Und da sind die Momente, die mich Lächeln und Lachen machen. Die tweets der Wortkünstler, still genießend. Und die spontane und sehr herzliche Flachserei, die sich entspinnt am Abend. Irgendein Thema, irgendwie egal. Die leider manchmal abrupt ein Ende nimmt, die Müdigkeit, oder so.

Und, richtig: Es ist zuweilen herzerwärmend. Oder so. ;-) Auch wenn's weit ist, oder fern. Irgendwie doch nah. Schön.

cdv!

"Rest" oder "Anfang"?

2456921593_16f70b5323
Nicht nur die Diskussion auf g+ und der Blogpost der twitter-Großraumbüro-Kollegin Susanne waren heute Anlaß für mich, bei meiner abendlichen Fahrradrunde über dieses Thema nachzudenken. Also "Alter". Und: Was machen mit dem "Rest" dieses Lebens. Und obgleich gerade mehr als Chaos in meinem Leben ist, eine Katastrophe die andere jagt, eine Ärgerlichkeit die andere unablässig ablöst, dachte ich mir: Warum eigentlich "Rest"?

Warum nicht "Anfang"?

Gar nicht so leicht in diesem oben beschriebenen Zustand, aber ein Fünkchen Hoffnung irgendwie. Warum nicht alles anders machen? Warum nicht diese bisher eingetretenen Pfade, die gerade so schwer zu gehen sind, völlig verlassen? Was dagegen spricht, ist der Aspekt der "Flucht", den Dingen aus dem Weg zu gehen. Andererseits: Neue Perspektiven, so ungewöhnlich sie sind, locken. Wobei, so ein "Neuanfang" ist ja auch alles andere als leicht.

Letzlich kann es vielmehr darum gehen, diese neuen Chancen zu entdecken, neue und andere Möglichkeiten auszubauen, sie zu pflegen und zu kultivieren. Und alles das, was diese mittlerweile missliebige schwäbische Provinz für mich persönlich derzeit auszeichnet, da zu lassen, wo sie hingehört: In dieser Provinz. Und abhaken.

Die ganz wenigen verbliebenen Bande halten da noch zurück, diesen neuen "Anfang" genau jetzt zu starten, die wichtigen sowieso; und sie müssen sorgfältig abgewogen werden. Gleichzeitig geht es auch immer noch darum, den eigenen Kopf erst mal ein wenig klarer zu bekommen, Prioritäten zu setzen, Ziele zu definieren. Um dann den "Rest", also den "Anfang" zu starten.

Vielleicht muss ich an dieser Stelle noch mal häufiger "laut" darüber nachdenken; ich denke immerhin, es bewegt sich etwas.

cdv!

Foto: tiegeltuf